E-Mail-Spoofing mit SPF, DKIM und DMARC verhindern: Schritt für Schritt
28. August 2026
Das E-Mail-Protokoll (SMTP) wurde ohne Überprüfung des Absenders entworfen. Standardmäßig kann jeder eine E-Mail versenden, die scheinbar von Ihrer Domain stammt (“From: buchhaltung@ihrefirma.de”). Das ist die Wurzel von Business-E-Mail-Compromise (BEC) und Markenimitation. SPF, DKIM und DMARC sind drei DNS-basierte Kontrollen, die diese Lücke schließen und heute faktisch Standard sind.
Was die drei Kontrollen leisten
- SPF (RFC 7208): Veröffentlicht in einem DNS-TXT-Eintrag die Liste der Server, die im Namen Ihrer Domain senden dürfen. Der Empfänger vergleicht die sendende IP mit dieser Liste.
- DKIM (RFC 6376): Fügt jeder ausgehenden Nachricht eine kryptografische Signatur hinzu; der öffentliche Schlüssel wird im DNS veröffentlicht. Der Empfänger prüft, dass die Nachricht autorisiert und unverändert ist.
- DMARC (RFC 7489): Richtet die SPF- und DKIM-Ergebnisse an der Domain im From-Header aus (Alignment), legt eine Richtlinie für den Fehlerfall fest und sendet Ihnen Berichte.
Sie wirken zusammen: SPF und DKIM erzeugen Signale, DMARC macht daraus Richtlinie und Sichtbarkeit.
Schritt 1 — Absender-Inventar
Der häufigste Fehler ist, unvollständige Einträge zu veröffentlichen und die eigenen legitimen E-Mails in den Spam zu schicken. Listen Sie zuerst jede Quelle auf, die im Namen Ihrer Domain sendet: Unternehmens-E-Mail (Google Workspace, Microsoft 365), Marketing-Tools, Rechnungs-/CRM-Systeme, Anwendungs-E-Mails Ihrer Server.
Schritt 2 — SPF veröffentlichen
Fügen Sie autorisierte Absender zu Ihrem Root-TXT-Eintrag hinzu:
v=spf1 include:_spf.google.com include:anbieter.example -all
include:bindet den SPF-Eintrag des Anbieters ein.- Der abschließende Qualifier ist entscheidend:
-all(Hardfail, “nicht Gelistetes ablehnen”) ist das sichere Ziel;~all(Softfail) ein sicherer Einstieg. - Hinweis: SPF hat ein Limit von 10 DNS-Lookups; zu viele
includes machen den Eintrag ungültig.
Schritt 3 — DKIM aktivieren
Die DKIM-Signierung aktivieren Sie in der Konsole Ihres E-Mail-Anbieters. Die Konsole liefert einen Selector und einen öffentlichen Schlüssel, den Sie als selector._domainkey.ihredomain.de im DNS veröffentlichen; anschließend aktivieren Sie die Signierung.
Schritt 4 — DMARC im Überwachungsmodus starten
Direkt mit einer strengen Richtlinie zu starten, ist riskant. Beginnen Sie mit p=none, das nichts blockiert und nur Berichte sammelt. TXT-Eintrag auf der Subdomain _dmarc:
v=DMARC1; p=none; rua=mailto:dmarc@ihredomain.de; fo=1
Die rua-Aggregatberichte zeigen, wer im Namen Ihrer Domain sendet — legitim und gefälscht.
Schritt 5 — Berichte lesen, dann verschärfen
Prüfen Sie die Berichte einige Wochen, stellen Sie sicher, dass alle legitimen Absender SPF/DKIM bestehen, und verschärfen Sie die Richtlinie schrittweise: p=quarantine → p=reject (das Ziel).
Häufige Fehler
- Alignment ignoriert: SPF/DKIM können technisch bestehen, aber wenn die geprüfte Domain nicht mit der From-Domain übereinstimmt, schlägt DMARC fehl.
- Mehrere SPF-Einträge: Eine Domain darf nur einen SPF-TXT-Eintrag haben.
- Bei
p=nonestehen bleiben: Der Überwachungsmodus ist ein Übergangsschritt; ein DMARC, das nierejecterreicht, stoppt Spoofing nicht wirklich.
Zusammenfassung
SPF autorisiert den Absender, DKIM schützt die Integrität, DMARC richtet beides aus und ergänzt Richtlinie und Sichtbarkeit. Die richtige Reihenfolge: Inventar → SPF → DKIM → DMARC (p=none) → Berichte lesen → quarantine → reject.
Quellen: RFC 7208 (SPF), RFC 6376 (DKIM), RFC 7489 (DMARC), dmarc.org.
Möchten Sie sehen, ob Ihre SPF/DKIM/DMARC-Einträge korrekt konfiguriert sind? Der External-Surface-Scan von CyberTestify prüft diese Einträge und häufige Fehlkonfigurationen.