Was ist SSRF (Server-Side Request Forgery) und wie verhindert man es?
7. September 2026
Server-Side Request Forgery (SSRF) liegt vor, wenn eine Anwendung eine aus Nutzereingaben abgeleitete URL serverseitig abruft und der Angreifer diese URL kontrollieren kann. Die Folge: Zugriff mit der Identität des Servers auf ein normalerweise nach außen geschlossenes internes Netz, auf Cloud-Metadatendienste oder auf lokale Dienste.
Wie es entsteht
Anwendungen rufen häufig eine URL ab: Remote-Bildvorschauen, Webhook-Validierung, PDF-Erzeugung, eine “Aus URL importieren”-Funktion. Beschränkt die Anwendung die abgerufene Adresse nicht ausreichend, kann ein Angreifer sie auf interne Ziele lenken:
https://ihreapp.de/vorschau?url=http://169.254.169.254/latest/meta-data/
Hier zielt der Angreifer statt auf ein externes Bild auf den Metadaten-Endpunkt des Cloud-Anbieters. In fehlkonfigurierten Umgebungen kann das sensible Informationen wie temporäre Zugriffsschlüssel über den Server preisgeben.
Auswirkungen
- Erkundung und Zugriff im internen Netz: aus dem Internet geschlossene Admin-Panels, Datenbanken und interne APIs können über den Server erreichbar werden.
- Cloud-Metadaten-Leck: Identitäts-/Zugriffsdaten, besonders bei älteren Metadaten-Mechanismen ohne Sitzungs-Token.
- Lokale Dienste und Datei-Schemata:
http://localhostund teilsfile://können interne Ressourcen erreichen.
Abwehr
SSRF-Abwehr sollte Allowlist-basiert sein; eine Denylist wird mit IP-Kodiertricks und Weiterleitungen umgangen.
- Das Ziel per Allowlist beschränken auf die Domains/Endpunkte, die die App legitim benötigt.
- Interne IP-Bereiche und die Metadaten-IP blockieren (10/8, 172.16/12, 192.168/16, 127/8,
169.254.169.254). - Auf Weiterleitungen und DNS-Rebinding achten. Die IP bei jedem Sprung erneut prüfen oder Weiterleitungen deaktivieren.
- Sicheren Metadaten-Modus erzwingen (nur Token-basierter Zugriff).
- Nur benötigte Schemata erlauben (
https);file,gopher,ftpablehnen.
Zusammenfassung
Die Ursache von SSRF ist, dass der Server einer vom Nutzer kontrollierten Adresse vertraut. Die stärkste Abwehr ist, das Ziel per Allowlist zu beschränken, interne/Metadaten-IPs zu blockieren und Weiterleitungen bei jedem Sprung erneut zu prüfen. Der sichere Cloud-Metadaten-Modus ist eine kritische zweite Schicht.
Quellen: OWASP SSRF Prevention Cheat Sheet, PortSwigger: SSRF, CWE-918.
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